Kurieren statt beerdigen „Raus aus der Krise - Chance für den Mittelstand“
Kurieren statt beerdigen „Raus aus der Krise - Chance für den Mittelstand“
1. Einleitung
Die Ende des Jahres 2008 beginnende wirtschaftliche Abschwächung wirkte sich im laufenden Jahr 2009 weiter aus und führte zu einer globalen Rezession. Zwischen Wissenschaftlern, Politikern und Notenbanken herrschen rege Diskussionen, wie man eine Krise solchen Ausmaßes wirksam und erfolgreich bekämpfen kann. Die Wirtschaftsauguren rätseln, ob das entgegenscheinende Licht das Ende des Tunnels aufzeigt oder der Lichtkegel eines heranbrausenden Zuges sein könnte.
Das Jahr 2009 brachte eine weitere Bedrohung hervor: die Schweinegrippe. Binnen kürzester Zeit drohte die Gefahr einer Pandemie. Diese wurde durch die globalen Gegebenheiten einer vielseitigeren Mobilität ausgelöst, durch die die Infektion an deutlicher und wenig berechenbarer Dynamik gewann – signifikant zeigte sich aber auch, dass man einer willkürlichen Ausbreitung präventiv begegnen kann.
Für die Konjunkturkrise, so kann man der aktuellen Tagespresse (September 2009) entnehmen, scheint das Schlimmste überstanden zu sein. Experten sind jedoch der Meinung, dass der Wirtschaft noch Schlimmeres bevorstehe. So laufen Insolvenzwellen erst mit mehrjähriger Zeitverzögerung aus, lange nachdem sich die Konjunktur wieder erholt hat. Besonders Besorgnis erregend ist der drohende Effekt im mittelständischen Bereich, denn der Mittelstand profitiert wenig von der eher umstrittenen wahlkämpferischen Politik für Großunternehmen.
Welche Parallelen lassen sich nun zwischen der Infektion an einer Grippe und der Konjunkturkrise ziehen? Beide – Krise und Grippe – zeigen einen ungewollten und ungeplanten Prozess auf, der den Betroffenen zunächst als willkürlich und unbeeinflussbar erscheint. Hängt bei der Grippe eine positive Entwicklung und Gesundung im Wesentlichen von der Stärke des Immunsystems ab, so sind in einem Unternehmen die strategische Ausrichtung sowie die Finanz- und Liquiditätsstruktur in einer Krisensituation überlebenswichtig. Ist das Immunsystem geschwächt, kann eine Infektion schnell tödlich enden; häufig zeigt sich, dass das Immunsystem schon vor der Infektion angeschlagen war. Im Vergleich zu einem schwächelnden Unternehmen bedeutet das, dass die Krise letztlich als Prozessbeschleuniger wirkt und Fehler aus der Vergangenheit zu Tage fördert.
Dennoch muss man festhalten, dass Unternehmen nicht nur in konjunkturschwachen Zeiten in eine Krise geraten und untergehen. Insolvenzen und das Aufgeben von Geschäftsmodellen gehören zum Wirtschaftsprozess ebenso, wie Neugründungen, unabhängig von der jeweiligen Konjunkturlage.
Die obige Analogie zeigt jedoch, dass Immunschwächen nur in den seltensten Fällen aus dem Nichts kommen. Wie die Auswirkungen eines ungesunden Lebensstils den Organismus negativ beeinflussen können, so gibt es in Unternehmen schleichende Entwicklungen, bzw. Veränderungen, die – zunächst unbemerkt – doch stufenweise zur Eskalation und letztlich zum Zusammenbruch führen.
Im ersten Schritt geht es darum zu verstehen, in welchen Phasen sich idealtypisch eine Unternehmenskrise entwickelt, um im nächsten Schritt zu analysieren, was die Dynamik dieser Krise ausmacht und welche Erfolgsfaktoren sich für das Sanierungsmanagement ableiten lassen.
| Anhang | Größe |
|---|---|
| D-5_Kurieren statt beerdigen_Peter Wolfram & Elke Lanza.pdf | 438.97 KB |




