Konjunkturbeobachtung als Klugheitskonzept der Makroorientierung - Das Konjunkturphasen-adjustierte Investmentmodell (K.I.M.)

Konjunkturbeobachtung als Klugheitskonzept der Makroorientierung - Das Konjunkturphasen-adjustierte Investmentmodell (K.I.M.)

1. Einleitung

Konjunkturmodelle kommen meistens in wirtschaftlich schlechten Zeiten in Mode. Allein auf Grund ihres Zyklus-Charakters scheinen sie ein Versprechen zu geben, an das sich Hoffnungen knüpfen lassen: was abwärts gegangen ist, muss auch wieder aufwärts gehen. Kein Wunder, dass sich angesichts derartig unbestimmter Allgemeinheit die Reihen der Konjunkturanhänger so schnell wieder lichten wie die wirtschaftliche Entwicklung zur Erholung ansetzt.

Dabei gibt es gute Gründe die makroökonomisch gefärbte Konjunkturbrille nicht nur für eine Saison aufzuziehen. Auch wenn die konjunkturpolitischen Steuerungshoffnungen, die man in den 60er und 70er Jahren gehegt hatte, enttäuscht wurden und seit den 80er Jahren ohnehin eher das angebotsökonomische Paradigma en vogue ist , so offenbart doch spätestens die gegenwärtige Finanz- und Wirtschaftskrise, wenn nicht schon die New Economy-Bubble, dass die Beobachtung fundamentaler Makrogrößen eine wesentliche Orientierungshilfe hinsichtlich der wirtschaftlichen Entwicklung zu leisten im Stande ist. Vorausgesetzt der Beobachter betrachtet erstens das konjunkturelle Auf und Ab als einen notwendig innerhalb der wirtschaftlichen Entwicklung stattfindenden Korrekturprozess von über- bzw. unterschießenden Aggregaten. Und zweitens dem Beobachter steht ein robustes Instrument für seine Beobachtung zur Verfügung, welches ihm eine Orientierung innerhalb der konjunkturellen Expansions- bzw. Kontraktionsbewegung überhaupt erst erlaubt. Sind diese beiden Voraussetzungen erfüllt, gibt es begründet geringen Anlass davon auszugehen, dass eine technologische Innovation wie z.B. das Internet zum Startsignal für den Beginn des Goldenen Zeitalters werden könnte. Ebenso unwahrscheinlich ist es, dass Häuserpreise buchstäblich in den Himmel wachsen.

Um unter anderem der möglicherweise aus der Binnenperspektive wirtschaftlicher Dynamik drohenden Gefahr einer prozyklischen Übertreibung entgegenzuwirken, betreibt die Sparkasse Osnabrück als Grundlage ihres Investmentprozesses seit Januar 2003 ein qualitatives Konjunkturmodell. Es ist ein, wie in Voraussetzung zwei gefordert, robustes Beobachtungsinstrument und wird im Folgenden vorgestellt, nachdem zunächst kurz die Notwendigkeit des wirtschaftlichen Auf und Ab, des Konjunkturzyklus - Voraussetzung eins - erläutert wird.

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C-3_Das Konjunkturphasen-adjustierte Investmentmodell_Josef Gilhaus & Ralf Köhne.pdf571.96 KB

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