Integrale Risikobetrachtung in Energieunternehmen

Integrale Risikobetrachtung in Energieunternehmen

1. Einleitung

Die weltweite Finanzmarkt- und Wirtschaftskrise hat die Notwendigkeit eines adäquaten Risikomanagements klar verdeutlicht. In einigen Branchen, insbesondere bei den Banken, haben die Marktverwerfungen auch etablierte, große Unternehmen in die Insolvenz geführt bzw. nur das Eingreifen einzelner Nationalstaaten hat den Bankrott verhindert. Umso notwendiger erscheint daher, neben einer besseren Ausstattung mit Eigenkapital, ein unternehmensweites System, welches existenzbedrohende Risiken erkennt und zu bewältigen hilft.

Wesentlicher Bestandteil eines solchen Systems ist ein Controlling-Instrumentarium zur Erfassung und Bewertung der entsprechenden Risiken. Für dieses quantitative Risikocontrolling sind bei integrierten Energieunternehmen die spezifischen Charakteristika der Energiemärkte und der entsprechenden Unternehmens-Portfolios zu berücksichtigen. Dabei ist es wesentlich, Einschränkungen bei der Speicherbarkeit von Strom oder Erdgas zu beachten. Dies erfordert nicht nur die Abbildung von Energielieferungen zu unterschiedlichen Zeitpunkten als unterschiedliche Produkte, für die Preiskorrelationen (oder andere Zusammenhangsmaße) bei der Risikoanalyse berücksichtigt werden müssen. Auch muss die Unvollständigkeit sowie die begrenzte Liquidität einzelner Energiemärkte berücksichtigt werden, d. h. dass nicht alle Risiken über Terminmarktprodukte abgesichert werden können. Hierzu wird im Folgenden mit dem Konzept des Integral Earnings-at-Risk ein Ansatz zur konsistenten Berücksichtigung dieser Risikoaspekte vorgestellt.
 

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D-4_Integrale Risikobetrachtung in Energieunternehmen_Prof. Weber, Andreas Fritz & Oliver Woll.pdf433.72 KB

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